Sinfoniana Citata Nr.2 – Teil 1

Freitag, der 17. Februar 2017 war ein sehr aufregender Tag. Am Abend sollte meine Sinfoniana Citata Nr.2 zum ersten Mal in einer Probe erklingen. Was habe ich im Vorfeld geübt! Schließlich habe ich das Mandolinenkonzert selbst geschrieben und da sollte ich selbst das Stück auch spielen können.

Um 18:30 Uhr begann die Probe mit dem Zupf Ensemble Lohr unter der Leitung von Petra Breitenbach. Ein Orchester, mit dem ich viel erlebt habe. Bei Petra habe ich sozusagen musikalisch laufen gelernt und meine hohen Maßstäbe für die Orchesterarbeit habe ich im Zupf Ensemble erlernt. Da muss ich sagen, dass ich schon ziemlich stolz darauf bin, dass sie jetzt mein Stück mit mir uraufführen. Naja! So eine richtige Wahl hatten sie nicht wirklich; sind sie doch die Widmungsträger. 😉

Das Stück selbst ist darauf angelegt, dass jeder beim Spielen Spaß hat. Die formale Grundlage und somit das Vorbild ist das Konzert in C-Dur für Mandoline und Orchester von Antonio Vivaldi, was auch deutlich hörbar ist. Dieses Barocke Grundgerüst wird allerdings durch Melodien und Harmonien der Musicals „Oklahoma“, „Oliver!“ und „Sweet Charity“ verkleidet. Man hat also zu jeder Sekunde des Konzerts das Gefühl das Gespielte schon irgendwo gehört zu haben.

Das erklärt das „Citata“ (ital. für Zitat) im Titel. Was bedeutet aber „Sinfoniana“? Die Endung „(i)ana“ ist in musikalischer Hinsicht meist eine Hommage an jemanden und zitiert aus dessen Werk. Eine Sinfoniana ist folglich eine Hommage an eine Symphonie. Außerdem möchte ich mit dem Titel an die „Sinfonia Concertante“ erinnern, wie sie zum Beispiel von Carl Stamitz oder Wolfgang Amadeus Mozart geschrieben wurden. Diese waren meist Konzerte für ein oder mehrere Soloinstrumente, die sich an der klassischen Sonatenform orientierten.

Daraus, dass die Sinfoniana Citata Nr.2 mir selbst gefällt, mache ich keinen Hehl. Sonst hätte ich das Stück gar nicht erst aus der Hand gegeben. Doch was sagt das Orchester dazu? Haben sie Spaß daran? Schon während der Probe stellte ich fest, dass der Funke übergesprungen ist. Die einzelnen Spieler lächelten und außer in den Gitarren sah man keine verkniffenen Gesichter. Allerdings lagen die manchmal doch recht ernsten Blicke wohl weniger am Stück generell als an ihrer Stimme. Ich gebe zu, dass es einem Mandolinisten manchmal doch etwas schwer fällt für Gitarren zu schreiben.

Dennoch war die Stimmung gut und freue mich schon jetzt auf die nächste Probe und vor allem auf die Uraufführung am 13. Mai 2017.

Herzlichen Dank an Petra und das Zupf Ensemble Lohr für die schöne Probe!

Ach ja! Ich werde mir wohl doch einen Selfiestick zulegen müssen, damit beim nächsten Mal das gesamte Orchester auf ein Foto passt.

Foto: Florian Klaus Rumpf

Für mehr Information über das Zupf Ensemble Lohr: www.zupf-ensemble-lohr.de 

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